Alkohol aufhören: was dein Körper tut, wenn du stoppst
Bei täglichem starkem Konsum dauert der akute Alkoholentzug etwa 6–72 Stunden und kann medizinisch gefährlich sein – hol dir vor dem Aufhören ärztlichen Rat. Schlaf und Stimmung erholen sich meist ab Woche 2, das Leberfett sinkt schon in zwei Wochen, und eine leichte Fettleber kann sich in 4–6 Wochen weitgehend zurückbilden.
Alkohol berührt fast jedes Organ – und genau so breit fällt die Erholung aus: Innerhalb von Tagen baut sich deine Schlafarchitektur neu auf, innerhalb von Wochen beginnt deine Leber, eingelagertes Fett abzubauen, und innerhalb von Monaten zeigt sich messbare Reparatur an Herz, Haut und Gehirn.
Diese Zeitleiste ist aus klinischer Literatur und öffentlichen Gesundheitsquellen zusammengestellt. Jeder Meilenstein trägt eine Evidenzstufe – „belastbar“ heißt beim Menschen wiederholt bestätigt, „erste Hinweise“ heißt frühe oder beobachtende Forschung.
Der Entzug auf einen Blick
| Symptom | Beginnt | Höhepunkt | Lässt nach |
|---|---|---|---|
| Zittern & Schwitzen | 6–12 Std. | 24–72 Std. | Woche 1 |
| Angst & Unruhe | Tag 1 | Woche 1 | Woche 2–4 |
| Schlaflosigkeit / schlechter Schlaf | Nacht 1 | Woche 1 | Woche 2–4 |
| Verlangen | Tag 2 | Woche 1–2 | Wird über Monate dünner |
| Stimmungstiefs (PAWS) | Woche 2–4 | Unterschiedlich | Monate, in Wellen |
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Der Heilungsverlauf deines Körpers
Düsternis
Akuter Entzug · Tag 0–3
Zellulärer Schock und autonomer Sturm Stunde 0–24
Das Nervensystem, von der Unterdrückung durch Alkohol befreit, gerät in einen Schock der Übererregung.
- Stunde 2Blutalkoholspiegel sinkt
Die Leber arbeitet auf Hochtouren, um Alkohol abzubauen; die Glykogenspeicher, die den Blutzucker stabilisieren, beginnen sich zu erschöpfen.
Belastbare Evidenz - Stunde 4Reaktive Hypoglykämie
Weil Alkohol die Zuckerproduktion der Leber vorübergehend blockiert, sinkt der Blutzucker; Schläfrigkeit und Muskelzittern folgen.
Belastbare Evidenz - Stunde 6Erstes Zittern und sympathische Aktivierung
Die von Alkohol unterdrückten Glutamatrezeptoren feuern unkontrolliert und GABA reicht nicht aus; der Puls steigt, und Schwitzen und Händezittern beginnen.
Belastbare Evidenz - Stunde 8Autonome Anspannung und Angst
Das Plasma-Adrenalin/Noradrenalin erreicht seinen Höhepunkt; der Herzrhythmus beschleunigt sich (Tachykardie).
Belastbare Evidenz - Stunde 10Übermäßige Magensäureausschüttung
Wenn die Magenstimulation durch Alkohol wegfällt, steigt die reaktive Säureausschüttung (Gastrin); Sodbrennen und Übelkeit werden ausgelöst.
Belastbare Evidenz - Stunde 12Sensorische Störung (Halluzinose)
Der Glutamatsturm betrifft den sensorischen Kortex; unwirkliche Geräusche, Schatten oder Juckreiz können auftreten.
Belastbare Evidenz - Stunde 16Neurologische Übererregung
Die NMDA-Glutamatrezeptoren erreichen ihren Höhepunkt; die Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Ton (Hyperakusis) ist auf ihrem Höchststand.
Belastbare Evidenz - Stunde 20Höhepunkt des oxidativen Leberstresses
Die Ansammlung von Acetaldehyd, dem krebserregenden Zwischenprodukt des Alkoholabbaus, ist auf ihrem Höhepunkt; freie Radikale treiben den Kopfschmerz auf sein Maximum.
Belastbare Evidenz - Stunde 24Höhepunkt des neurologischen Anfallsrisikos
Überschüssiges Glutamat und ein Mangel an GABA können zu einer unkontrollierten elektrischen Entladung (einem Anfall) führen; der Blutdruck erreicht seinen Höhepunkt.
Belastbare Evidenz